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Verbandsentwicklung
Wirksamkeitsdialog der Jugendverbände in Nordrhein-Westfalen
Jugendverbandsarbeit bedeutet ständige Veränderung. Jugendverbände orientieren sich mit ihren Angeboten konsequent an den sich wandelnden Interessen, Wünschen, Fragen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen. Jugendverbandsarbeit bedeutet daher, sich selbst ständig zu überprüfen, anzupassen und neu auszurichten.
Gesetzliche Grundlage des Wirksamkeitsdialogs
Die Landespolitik in NRW hat mit dem Wirksamkeitsdialog 1999 ein Instrument eingeführt, das Anhaltspunkte einerseits für die Förderpraxis auf Landesebene und andererseits für die qualitative Weiterentwicklung der Handlungsfelder in der Kinder- und Jugendarbeit liefern soll.
Grundlage für den Wirksamkeitsdialog ist der Kinder- und Jugendförderplan. In den derzeit gültigen Richtlinien heißt es zum Thema Wirksamkeitsdialog: „Der zur fachlichen Reflexion der Förderung eingeführte Wirksamkeitsdialog soll vor allem darauf abzielen, Anregungen für Veränderungen und Weiterentwicklungen in der Förderung zu geben und den wirksamen Einsatz der Mittel zu überprüfen. Die Zuwendungsempfänger sind verpflichtet, am Wirksamkeitsdialog teilzunehmen.“
Intention des Wirksamkeitsdialogs
Nach einer anfänglichen Phase der Skepsis, ob mit dem Wirksamkeitsdialog nicht ein Kontrollinstrument der Verbände eingeführt werden sollte, verstehen die Jugendverbände den Wirksamkeitsdialog heute als einen Prozess der Eigenevaluation der verbandlichen Aktivitäten mit drei Zielperspektiven:
- Politik soll ein verbesserter Einblick in die Entwicklung der Jugendverbandsarbeit gegeben werden; gleichzeitig soll eine stärkere Transparenz über die Verwendung der vom Land bereit gestellten Gelder hergestellt werden;
- Jugendverbände sollen ihre eigene Verbandspraxis gezielt untersuchen, Zielvorstellungen entwickeln und überprüfen; Der Wirksamkeitsdialog ist damit ein Baustein im kontinuierlichen Prozess der Weiterenwicklung der Jugendverbandsarbeit.
- Kontinuierliche quantitative Erhebungen sollen einen landesweiten Überblick über die Aktivitäten der Jugendverbände geben.
Elemente des Wirksamkeitsdialogs: das 3-Säulen-Modell
1. Berichtswesen über quantitative Daten:
Die Angebote der Jugendverbände sowie deren Nutzung werden von allen Verbänden regelmäßig erhoben und dokumentiert. Diese jährlich durchgeführte quantitative Erhebung ermöglicht es, einen landesweiten Überblick über die Anzahl der Angebote für Kinder und Jugendliche innerhalb der Jugendverbandsarbeit zu gewinnen. Bisher werden allerdings nur die aus Mitteln des Kinder- und Jugendförderplans finanzierten Aktivitäten erfasst. Die tatsächliche Anzahl der Angebote liegt jedoch weit über diesen Zahlen, da die aus kommunalen bzw. Bundesmitteln oder Eigenmitteln finanzierten Aktivitäten nicht enthalten sind.
MIt dieser umfassenden quantitativen Erhebung wird gleichzeitig die Grundlage geschaffen, mittel- bis langfristige Entwicklungen zu verfolgen und Zeitvergleiche anzustellen. Gestützt wird die Datenerhebung durch ein webbasiertes System. Dadurch können die Daten auch dezentral erhoben werden.
2. Evaluation:
Als zweite Säule des Wirksamkeitsdialogs haben die Jugendverbände die Durchführung regelmäßiger Evaluationen eingeführt. Evaluation wird hier verstanden als systematische Beschreibung und Bewertung von Aktivitäten, Maßnahmen, Veranstaltungen oder Programmen auf der Basis empirisch gewonnener qualitativer und quantitativer Daten.
Jeder Verband führt die Evaluation selbständig durch und legt hierzu einem Bericht vor. Trotz unterschiedlicher Ressourcen und unterschiedlichen Know-hows in den Verbänden können dadurch alle Verbände auch an diesem Teil des Wirksamkeitsdialogs beteiligt werden. Dem Landesjugendring kommt die Aufgabe zu, aus den Einzelberichten einen Gesamtbericht zum Wirksamkeitsdialog zu erstellen.
3. Säule: Workshops
Der dritte Baustein des Wirksamkeitsdialogs besteht aus themengebundenen Workshops und Fachveranstaltungen. Dadurch wird eine Basis für den fachlichen Dialog zwischen den Verbänden beschaffen und zugleich die Möglichkeit eröffnet, neue Themen inhaltlich aufzubereiten. Somit ist gewährleistet, dass die aktuellen Themen und Entwicklungen in der Jugendverbandsarbeit aufgegriffen werden können und Eingang finden in die Perspektivplanungen und Projekte zur Qualitätsentwicklung der Jugendverbände.




