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2.9.2010 : 23:50 : +0200

Projekt "Ö" - Integration durch Partizipation.


Ein Projekt zur Interkulturellen Öffnung von Jugendringen und Jugendverbänden in Nordrhein-Westfalen

Der Landesjugendring NRW hat mit dem Projekt "Ö" ein innovatives Modellprojekt gestartet, um Jugendringe und Jugendverbände in NRW wirksamer als bisher für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien zu öffnen.
Damit setzt der Landesjugendring NRW einen weiteren Baustein zur Interkulturellen Öffnung der Jugendverbandsarbeit um. Als Kooperationspartner auf kommunaler Ebene konnten die Jugendringe Bochum, Siegen und Wuppertal gewonnen werden.
Die Durchführung des auf 3 Jahre angelegten Projekts (01.10.2007 - 30.09.2010) wird ermöglicht durch Mittel des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Fachhochschule Köln.

Interkulturelle Öffnung als zentrale Herausforderung für die Jugendverbandsarbeit

Jugendverbände definieren sich als Sprachrohr für alle Kinder und Jugendlichen. Sie organisieren Meinungsbildungsprozesse und vertreten die Interessen von Kindern und Jugendlichen gegenüber Öffentlichkeit und Politik. Die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien an Angeboten der Jugendverbände muss jedoch bisher als weit unterproportional eingestuft werden ebenso wie ihre Mitwirkung als ehren- oder hauptamtlich Tätige. Gleichzeitig werden Migrantenjugendorganisationen (MJSO), die als legitimes und integrationsförderliches Organisationsmodell für die Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine bedeutende Rolle einnehmen, bisher zu wenig beachtet und unterstützt.

Der Landesjugendring NRW will genau hier ansetzen und mit dem Modellprojekt „Ö“ Veränderungsprozesse in Gang setzen bzw. beschleunigen. Grundlage ist das im Juli 2004 von den Mitgliedsverbänden im LJR NRW verabschiedete Positionspapier zur Integration.

Das Projekt ist mit zwei Zielperspektiven verbunden:

  1. Prozesse der Interkulturellen Öffnung von Strukturen und Angeboten der Jugendringe und der Jugendverbände in NRW sollen (weiter) entwickelt und etabliert werden.
  2. Die sozialen und politischen Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bzw. von MJSO sollen unterstützt und gefördert werden.

Folgende Inhalte sollen konkret umgesetzt werden

  1. Der Austausch und Kooperationen zwischen Jugendverbänden bzw. Jugendringen und MJSO sollen angeregt und auf Dauer etabliert werden. Dazu müssen vielfältige Kontakte zu Migranten(jugend)organisationen, Vereinen, Beratungsstellen, etc. aufgebaut und Netzwerke geknüpft werden;
  2. Konzepte der Interkulturellen Öffnung zur Aufnahme von MJSO in die etablierten Strukturen der Jugendverbände und Jugendringe sollen (weiter-) entwickelt und umgesetzt werden.
  3. MJSO sollen in ihrer Aufbau- und Vernetzungsarbeit, in ihren Zugängen zu Ressourcen sowie in ihrer Vertretung in kommunal- und jugendpolitischen Zusammenhängen beraten und unterstützt werden. Hierzu sollen mit allen Beteiligten Konzepte zur Beratung und Begleitung entwickelt werden.
  4. Die Angebote der Jugendverbände sollen auf Ausschlussmechanismen hin analysiert werden und sich verstärkt an den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund orientieren, um Kinder und Jugendliche für Aktivitäten und die Mitwirkung und/oder Mitgliedschaft im Jugendverband zu gewinnen.

Örtliche Jugendringe als Kooperationspartner

Auf der örtlichen Ebene können insbesondere Jugendringe Veränderungen initiieren. Aufgrund ihrer Doppelfunktion als Netzwerk von Jugendverbänden und als politisches Sprachrohr für Kinder und Jugendliche bieten Jugendringe auf Ortsebene gute Anknüpfpunkte, um Kontakte zu (MJSO) und Gruppen aufzubauen und sie in ihrer Aufbau- und Vernetzungsarbeit zu unterstützen.

Die Stadtjugendringe Bochum, Siegen und Wuppertal unterscheiden sich dabei einerseits in ihrer Größe bzw. in ihrem Organisationsgrad (hauptamtliche und ehrenmtliche Betreuung). Andererseits repräsentieren sie unterschiedliche Regionen in NRW (Ruhrgebiet, ländliche Bereiche) und gewährleisten somit eine Übertragung der Erfahrungen auf andere Jugendringe.

Nachhaltigkeit gewährleisten

Die Prozesse und gewonnenen Erfahrungen der beteiligten Jugendringe und ihrer angeschlossenen Jugendverbände werden evaluiert und in einer Abschlussdokumentation dargestellt. Somit soll gewährleistet werden, dass die Ergebnisse auch anderen Jugendringen und Jugendverbänden zur Verfügung gestellt werden können. Darüber hinaus ist angestrebt, die Projektergebnisse örtlich und landesweit tätigen Migranten(jugend)organisationen zu präsentieren, um auch bei diesen das Interesse an Kooperationen zu fördern.

 

Aktuelles

Projektziele

Projektpartner

Publikationen

 

Kontakt

Marissa Turaç, Projektleiterin
Cornelia Naami, Sachbearbeiterin

Tel.: 0 21 31/1 25 80 66
Kontaktformular und Anschrift

  

Konzeption Projekt Ö

Projekt_OE_-_Konzeption_2008.pdf


Wissenschaftliche Begleitung und Förderung