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3.9.2010 : 0:07 : +0200

Sozialbericht NRW 2007 – Armuts- und Reichtumsbericht

Am 24. Mai 2007 hat Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann den aktuellen Sozialbericht NRW 2007 im Landtag vorgestellt. Neben der Berichterstattung über die Entwicklung der Armuts- und Reichtumsverteilung in NRW ist fester Bestandteil die Beschreibung der Lebenslagen einzelner Zielgruppen. Neu aufgenommen wurde die Darstellung der Lebenslage von Kindern und Jugendlichen. Zudem werden erstmals Analysen zu den Lebenslage-Dimensionen Bildung, Erwerbsbeteiligung, Gesundheit und Wohnen vorgestellt.

In Nordrhein-Westfalen leben rund 3,3 Mio. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Fast jedes vierte Kind lebt in einem einkommensarmen Haushalt: Mit einer Armutsrisikoquote von 24,5 % tragen Kinder und Jugendliche ein überdurchschnittliches Armutsrisiko. Als besondere Risikofaktoren für die Armut von Kindern erweisen sich das Aufwachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil, die Erwerbslosigkeit oder mangelnde Erwerbsbeteiligung der Eltern und das Bestehen eines Migrationshintergrunds.

Die wichtigsten Ergebnisse mit dem Fokus auf Kinder und Jugendliche in NRW im Überblick:

  • Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Personen in kinderreichen Familien (mit drei und mehr Kindern) unterliegen einem stark überdurchschnittlichen Armutsrisiko (37,8% bzw. 43,3%).
  • Auch eine Vollzeit-Erwerbstätigkeit eines Elternteils schützt nicht mehr vor Armut. Bei mehr als jedem sechsten Vollzeit-Alleinverdiener mit einem minderjährigem Kind/ern im Haushalt (17,6%) reicht das Einkommen nicht aus, um dem Armutsrisiko zu entgehen.
  • Kinder und Jugendliche, die in einkommensarmen Haushalten leben, tragen ein erhöhtes Risiko einer ungünstigen Gesundheitsbiographie. Materielle Armut bei Kindern geht häufig mit einem ungünstigen Gesundheitsverhalten, psychosozialen Belastungen und Defiziten in der sozialen Kompetenz einher.
  • Jugendliche und junge Erwachsene unterliegen einem besonders hohen Risiko von Erwerbslosigkeit betroffen zu sein. Bei den 15- bis unter 25-Jährigen liegt die Erwerbslosenquote bei 15,3% (bei den 25- bis unter 55-jährigen sind 9,6% erwerbslos).
  • Von den über 4 Mio. Personen mit Migrationshintergrund (22,4% der Bevölkerung) sind nahezu ein Drittel (32,1%) einkommensarm bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund liegt die Quote bei 8,9%). Besonders hoch ist das Armutsrisiko für Migrantinnen und Migranten in kinderreichen Haushalten mit drei und mehr Kindern: hier sind 63,5% einkommensarm.

Sozialbericht 2007 zum Download