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2.9.2010 : 23:54 : +0200

Interkulturelles

Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte in der Jugendverbandsarbeit

Kinder- und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte sind ein wesentliches Potential unserer Gesellschaft und werden zukünftig die Entwicklung Deutschlands auch angesichts der demografischen Entwicklung in vielfältiger Weise prägen. Gleichzeitig muss konstatiert weden, dass sie vielfach von paritätischer Teilhabe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ausgeschlossen sind. Die Aufgabe der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund als Vermittlung von Zugangschancen ist daher eine der zentralen Herausforderungen für die Gesellschaft und gerade für die Jugendhilfe.

Trotz dieser Erkenntnis ist festzustellen, dass die verbandliche Jugendarbeit ihr Leistungsvermögen als fördernder Integrationsfaktor (noch) nicht in dem Maße nutzt wie sie es entsprechend ihres Selbstverständnisses und ihrer Arbeitsformen könnte. Obwohl verschiedene Studien ein generelles Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an der Partizipation in Vereinen belegen und hier die Mitgliederzahlen steigen (vgl. Sechster Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Drucksache 15/5826), werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund von den Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe immer noch deutlich weniger erreicht als „einheimische“ Jugendliche. Im Vergleich zu ihrem prozentualen Bevölkerungsanteil muss ihre Teilnahme und Mitwirkung an den Angeboten der Jugendverbandsarbeit bisher noch als weit unterproportional eingestuft werden, ebenso wie ihre Mitwirkung als ehren- oder hauptamtlich Tätige.

Interkulturelle Öffnung als zentrale Herausforderung

Die Jugendverbände im Landesjugendring NRW haben daher im Juli 2004 ein Positionspapier zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund beschlossen, das für die Jugendverbandsarbeit langfristige Ziele beschreibt:

  • Verbesserung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien auf allen Ebenen der Jugendverbandsarbeit und in allen Angebotsbereichen;
  • Bekanntmachung der Strategie der Interkulturellen Öffnung in den Mitgliedsverbänden;
  • Förderung von gesellschaftspolitischer Teilhabe von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien;
  • Aufbau von Kontakten und Kooperationen zwischen bestehenden Jugendverbänden und Migrantenselbstorganisationen im Jugendbereich auf Landesebene sowie die Förderung von Kontakten und Kooperationen auf kommunaler Ebene;
  • Aufbau einer Unterstützungs- und Netzwerkstruktur für Jugendverbände in NRW zu Interkulturellen Themen.

Projekt "Ö" - Integration durch Partizipation

Am 01.10.2007 startete der Landesjugendring das Projekt "Ö". Damit setzt der Landesjugendring NRW einen weiteren Baustein zur Interkulturellen Öffnung der Jugendverbandsarbeit um. Kooperationspartner des Landesjugendrings NRW im Projekt „Ö“ sind die Stadtjugendringe Bochum, Siegen und Wuppertal. Im Aufgabenfeld der interkulturellen Öffnung begeben sich die drei Jugendringe auf Neuland und haben die Aufgabe übernommen, exemplarisch auch für andere Jugendringe interkulturelle Öffnungsprozesse zu erproben.
Die Durchführung des auf 3 Jahre angelegten Projekts (01.10.2007 - 30.09.2010) wird ermöglicht durch Mittel des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW ... zum Projekt